Schlechte Gewohnheiten mit Passwort-Hack loswerden

Gute Vorsätze? Scheitern meistens. Schlechte Angewohnheiten loswerden und durch neue, positive, ersetzen? Klappt selten. Dabei ist es so leicht. Der Schlüssel ist, wie so oft, die gute alte Beharrlichkeit. Die wiederum meistens vom noch älteren Schweinehund verjagt wird. Doch auch ihn kann man an die Leine legen.
Einen witzigen und vielversprechenden Ansatz habe ich auf medium.com gefunden. Mauricio Estrella beschreibt dort, wie er es mit einem simplen Trick geschafft hat, seine gute Vorsätze umzusetzen und den Schweinehund auszutricksen.
Geholfen hat ihm eine der nervigsten – und doch sinnvollsten – Funktionen, die ein Computer oder ein Smartphone zu bieten hat: das Passwort zur Anmeldung. In den meisten Unternehmen ist es Pflicht, diese Funktion einzusetzen. Häufig fordern die Systemeinstellungen, dass man alle sechs Wochen das alte Passwort durch ein neues ersetzt. Diese Vorgabe hat Mauricio eingesetzt, um neue Gewohnheiten zu etablieren oder schlechte loszuwerden.

Der Hack: ein Passwort-Mantra

Mauricio hat jeweils ein Vorhaben in ein Passwort gepackt. So wollte er mit dem Rauchen aufzuhören. Daraus wurde das Passwort „Quit@smoking4ever“. Und es hat geklappt, heute ist er Nichtraucher.
In der Regel nutzen wir unsere Passwörter mehrfach am Tag. Immer, wenn wir den Computer starten oder ihn entsperren. Das kommt, je nach Systemeinstellung, recht häufig vor. So müssen wir jedes Mal, wenn wir für eine bestimmte Zeit, beispielsweise 15 Minuten, nichts am Computer gemacht haben, das Passwort eingeben. Und jedes Mal wiederholen wir unser Vorhaben, wie ein Mantra.

Warum es so effektiv ist

Natürlich können wir auch ein Post-It an den Bildschirm hängen und hoffen, dass es uns ständig erinnert. Dies ist jedoch weniger effektiv. Schnell wird es zu Bestandteil des Monitors und somit nicht mehr zu einer schlagkräftigen Erinnerung.
Durch das Eintippen erinnern wir uns stets selbst an unser Ziel, immer wieder. Zudem ist das Eingeben, eine Aktivität, die wir bewusst ausführen. So rufen wir uns jedes Mal unser Vorhaben ins Bewusstsein. Das hat eine ganz andere Qualität als eine passive Erinnerung.

Durch das ständige Wiederholen wird aus dem Passwort ein Mantra. Somit macht man sich das Ziel jedes Mal erneut bewusst.

Ein Passwort-Zyklus für eine Gewohnheit

Durch den sechswöchigen Zyklus ist ausreichend Zeit, um eine Gewohnheit zu etablieren. Möglicherweise ist nicht genügend, um eine neue Angewohnheit für alle Zeiten zu festigen. Es sollte immerhin genügen, um ihr einen gelungenen Start zu ermöglichen.
Ein Passwort-Mantra muss nicht zwangsläufig für ein Vorhaben oder zum Loswerden einer Gewohnheit genutzt werden. Es ist auch möglich, die eigene Stimmung oder das Bewusstsein zu verändern. Mauricios erstes Passwort-Mantra war „Forgive@h3r“. Damals hatte ihn die Trennung von seiner Ex-Frau stark belastet. Seine Gedanken kreisten nur „Wie konnte sie mir das nur antun“ und alles andere wurde fast unmöglich. Um der Realität ins Auge zu schauen und sein Leben weiterführen zu können, musste er mit der Beziehung abschließen und seiner Ex-Frau verzeihen. Dies gelang ihm mit seinem ersten Passwort-Mantra. Seitdem nutzt er es, um Ziele zu erreichen. Meistens mit Erfolg.

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